Der Wärmepumpen Turbo

Oft erreicht mich die Frage, ob in einem Altbau der Betrieb einer Wärmepumpe möglich ist. Grundsätzlich ist die Antwort ja, aber ist das auch wirtschaftlich?

Welche Leistung eine Wärmepumpe aufbringen muss, hängt von der Heizlast des Gebäudes ab. Die Heizlast eines Gebäudes wiederum hängt von seiner sog. thermischen Hülle ab: Kellerdecke, Außenwände, Fenster und Dach. Je besser diese gedämmt sind, desto wirtschaftlicher ist der Betrieb einer Wärmepumpe, denn desto kleiner kann sie ausgelegt werden. Muss also eine Außenwanddämmung sein..? Wir betrachten beispielhaft ein Reihenmittelhaus aus den 60ern.

Besitzer eines Reihenmittelhauses aus den 1960er Jahren mit drei Etagen plus Keller stehen oft vor einem Dilemma: Das Dach ist bereits gedämmt, doch die Fassade ist noch im Originalzustand. Wer nun auf eine Wärmepumpe umsteigen möchte, stellt sich die Frage: Reicht die Heizleistung aus? Die Antwort lautet meist: Ja – aber die Effizienz entscheidet, wie eingangs erwähnt, über die Wirtschaftlichkeit.

Der Hebeleffekt: Warum bereits eine Außenwanddämmung den Unterschied macht

In unserem Beispiel eines typischen Reihenmittelhauses in Regionen wie Duisburg verbraucht eine veraltete Ölheizung ca. 2.200 Liter pro Jahr. Ohne weitere Maßnahmen müsste eine Wärmepumpe hier etwa 8 kW Leistung erbringen und das Wasser auf hohe Vorlauftemperaturen von 55 °C erhitzen, um die ungedämmten Wände auszugleichen.

Dämmt man jedoch z.B. die Hausrückseite, reduziert sich der Energiebedarf um rund 20 %. Dieser scheinbar kleine Eingriff löst eine hocheffiziente Kettenreaktion aus:

  1. Kleinere Anlagentechnik: Statt eines großen Geräts genügt nun eine kompaktere 6-kW-Wärmepumpe. Diese ist günstiger in der Anschaffung und arbeitet in der Übergangszeit wesentlich taktärmer und materialschonender.

  2. Niedrigere Vorlauftemperatur: Da die Wände weniger Wärme nach außen abgeben, können die vorhandenen Heizkörper das Haus nun oft mit nur 45 °C Vorlauf behaglich warm halten.

Das Ergebnis: Stromkosten um ca. ein Drittel reduziert

Die Kombination aus geringerem Bedarf und besserer Jahres-Arbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe drittelt die Betriebskosten. Während das ungedämmte Haus jährliche Stromkosten von ca. 1.800 € verursacht, sinkt dieser Betrag im gedämmten Szenario auf etwa 1.200 €, und man spart jährlich 600 € ein.

Eines muss beachtet werden: man darf an dieser Stelle nicht die Gesamtkosten einer Außenwanddämmung den Einsparungen entgegenstellen, sondern nur die Mehrkosten für die Dämmung. Ist also die Fassade sowieso sanierungsbedürftig, sollten die sog. Sowiesokosten aus der Gleichung genommen werden. Lediglich die Mehrkosten für die Dämmung sind dann den Einsparungen gegenüber zu stellen. Und diese sind im Vergleich zu den Gesamtkosten recht gering, teilweise nur bei einem Fünftel. Und: Sie erhalten mit einem iSFP 20% Förderzuschuss – auf die Gesamtkosten! Dadurch haben sich die Mehrkosten für die Dämmung innerhalb weniger Jahre amortisiert. (Anders sieht es natürlich aus, wenn die Fassade relativ „jung“ ist. An dieser Stelle lohnt sich die nachträgliche Außenwanddämmung tatsächlich nicht.)

Fazit: Die Fassadendämmung ist beim Reihenmittelhaus kein „Extra“, sondern der Turbo für die Wärmepumpe. Sie sorgt dafür, dass die Technik nicht am Limit arbeitet, sondern im wirtschaftlichen Bestbereich. So sichern Sie sich dauerhaft niedrige Heizkosten und steigern gleichzeitig den Wohnkomfort durch warme Wandoberflächen im Inneren.

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